Florentina Holzinger – Bodensee Étude
SEAWORLD VENICE, Florentina Holzingers Beitrag für den Österreichischen Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig, findet eine einmalige neue Resonanz in Bregenz: als Komposition für vier Schlagzeuger*innen, zehn Performer*innen, einen Kran und eine Glocke. Holzingers Études sind einmalige, ortsspezifische Performances, in denen sie die Themen und Elemente für ihre großangelegten Inszenierungen vorbereitet und entfaltet. Die Bodensee Étude für Bregenz lädt das Publikum ein, ein zeitgenössisches Ritual am Ufer des Bodensees mitzuerleben.
Körper und Objekte tauchen ins Wasser ein und steigen transformiert wieder daraus empor. Von Trommelklängen begleitet formen sie eine frei hängende Struktur, ein „Windspiel auf Steroiden“. In der Bodensee Étude nutzt Florentina Holzinger Motive aus Volksmärchen, in denen meist weibliche Unterwasserwesen heute in einer nur scheinbar idyllischen Landschaft ihre Unterwasserwelt mit dem Müll teilen müssen, der unter der Seeoberfläche verborgen liegt. In einem hybriden Ritus verleiht die Bodensee Étude Begriffen wie Sünde und Erlösung neue Bedeutung. Über, um und im Bodensee verbinden sich die Performer*innen mit ihrem technischen Equipment und schreiben sich in die bereits künstlich veränderte Natur ein.
Die Bodensee Étude wurde speziell für das Kunsthaus Bregenz und die komplexe Ökologie des Bodensees entwickelt. Dabei bündelt sie zentrale Elemente aus Florentina Holzingers Praxis: Die Orchestrierung performativer Bilder eines durch Technologie und Begehren untermauerten Feminismus, maschinelle Elemente und körperliche Leistungsfähigkeit beschwören neue Mythen aus der Stille des Wassers.