Monografie: Lucia Marcucci Tutto qui?
Museion und Ar/Ge Kunst präsentieren unter dem Titel Lucia Marcucci. Tutto qui? die erste Monografie, die der vielseitigen italienischen Künstlerin Lucia Marcucci (Florenz, 1933) gewidmet ist. Der bei bruno (Venedig) erscheinende Band geht hervor aus zwei Ausstellungen des Jahres 2023 – Lucia Marcucci. Poesie e no im Museion und L’Offesa in der Ar/Ge Kunst – und ist das Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts beider Einrichtungen.
Die Publikation wurde erstellt mit Unterstützung der Direzione Generale Creatività Contemporanea des Ministero della Cultura im Rahmen des Italian Council (XIII. Ausgabe, 2024). Begleitet wird ihr Erscheinen von einer internationalen Buchtour, die zwischen November 2025 und Juni 2026 durch Italien und Europa führt: vom Centro Pecci in Prato über den Palazzo Butera in Palermo, das MART in Rovereto und die Université de Liège bis hin zur University of Sussex in Brighton und dem CAP – Centre d’art contemporain de Saint-Fons.
Textbeiträge von neun Autorinnen und Autoren – Claudia Crocco, Gilda Policastro, Francesco Tenaglia, Maria Alicata, Annalisa Sacchi, Giulia Crispiani, Dalila Colucci, Vanessa Desclaux und Raffaella Perna – eröffnen vielstimmige Lesarten zum multidisziplinären Werk der Künstlerin, die eine Schlüsselfigur der italienischen Visuellen Poesie darstellt. Die Dominanz weiblicher Stimmen unterstreicht das Anliegen Marcuccis, in der Konsumgesellschaft der Nachkriegszeit verbreitete Stereotype infrage zu stellen, die unter anderem zur Objektivierung des weiblichen Körpers führten. Die Verwendung von Ironie als einem Mittel zur Anprangerung imperialistischer Politik und missbräuchlicher Praktiken hat ganze Generationen von Wissenschaftlerinnen und Kuratorinnen grundlegend geprägt.
Lucia Marcucci. Tutto qui? greift die wichtigsten, in den beiden Ausstellungen von 2023 hervorgetretenen Themen auf. Vertiefend wirken Schwerpunktsetzungen, die Ausdrucksweisen der Visuellen Poesie im Bereich von Literatur, Film, Performance und Gesellschaft nachspüren. Jedes Kapitel wird eingeleitet mit teils noch unveröffentlichten Texten der Künstlerin selbst, gefolgt von kritischen Essays, die ihre politische Relevanz und Aktualität beleuchten.
Als Dichterin, bildende Künstlerin und experimentelle Performerin hat Lucia Marcucci aus dem Wort ein lebendiges Material gemacht, das es neu zusammenzusetzen und zu deuten gilt. In ihrem Schaffen verschmelzen Sprache, Körper, Film, grafische Gestaltung und Performance in einer kontinuierlichen Überschreitung von Gattungs- und Mediengrenzen, die aktuelle Bestrebungen zur Mischung von Ausdruckssprachen vielfach vorwegnimmt.
Das Buch vereint erstmals Originaltexte und bislang unveröffentlichte Werke der Künstlerin. Es ist Resultat langjähriger, in Zusammenarbeit mit ihrer Familie durchgeführter Archivrecherchen.
Mit Unterstützung des Italian Council möchte die Publikation die gewonnenen Erkenntnisse zu Marcuccis Schaffen international zugänglich machen und den Dialog zwischen der italienischen und der europäischen verbo-visuellen Forschung stärken. Jede Etappe der Buchtour bietet somit Gelegenheit, eine andere Facette ihrer künstlerischen Praxis zu erkunden – von der Beziehung zwischen Dichtung und Bild über die filmische Ausdrucksform bis hin zur Performance als einer politischen und kollektiven Geste.
Internationale Präsentationstour mit den Kuratorinnen des Projekts, Frida Carazzato und Francesca Verga:
7. November 2025 – Centro Pecci, Prato
Buchpräsentation mit Claudia Crocco, Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der italienischen Dichtkunst und Literatur, sowie mit den Kuratorinnen Frida Carazzato und Francesca Verga im Rahmen des Centro Pecci Books Festival 2025 – IV. Ausgabe
18. Dezember 2025 – Palazzo Butera, Palermo
Buchpräsentation mit Gilda Policastro, Schriftstellerin und Literaturkritikerin
20. Januar 2026 – MART, Rovereto
Buchpräsentation mit Duccio Dogheria, Leiter des Archivs des 20. Jahrhunderts am Mart
2. März 2026 – Université de Liège, Lüttich
Buchpräsentation mit Maria Elena Minuto und Michel Delville, Dozent*innen an der Université de Liège
Mai 2026 (Datum noch nicht bekannt) – University of Sussex, Brighton
„Feminist Resonances between Word and Image: Reading Art in the long 1970s“ mit Karen di Franco, Kuratorin und Schriftstellerin, sowie Francesco Ventrella, Kunsthistoriker und Dozent an der University of Sussex
3.–5. Juni 2026 – CAP Centre d’art contemporain, Saint-Fons (Lyon)
Präsentation und Performance mit Annamaria Ajmone und Laura Agnusdei
11. Juni 2026 – Museion, Bozen
Präsentation des Buches und Abschluss der Tour