Rebecca Warren: Belvedere 21, Wien
Die britische Künstlerin Rebecca Warren stellt Skulpturen, Assemblagen und Konstruktionen aus einer Vielzahl von Materialien her, darunter Ton, Bronze, Stahl und Neon. Ihr unverwechselbares und komplexes Werk, in dem sich Tradition mit Alltäglichem, Ernsthaftigkeit mit Frivolität, Meisterschaft mit Unstimmigkeit mischt, verkörpert ihre Einstellung zur Kunst und zu deren Geschichte.
Rebecca Warrens erste Einzelausstellung in Österreich besteht aus neun neuen großen handbemalten Bronzeskulpturen auf verschiedenfarbigen Sockeln und einer Reihe neuer Neoncollagen, die an Wänden gezeigt werden, welche von der Künstlerin gestaltet wurden. Die meisten Skulpturen – die Warren in ihrer Vielfalt mit dem Ensemble Außerirdischer in der berühmten Star Wars-Barszene vergleicht – sind weitgehend figurativ. Einige sind zudem kopflastig, lehnen sich an, arbeiten gegen die Schwerkraft, stemmen sich gegen ihre eigene Masse und ihr eigenes Gewicht. Die Collagen aus Neon, handelsüblichen Farben, Wolle und anderen Elementen sind Präsenzen einer anderen Ordnung: Sie suggerieren ein sonderbares Kommunikationssystem, das sich als Glyphen, seltsam vertraute Augenblicke und ferne nächtliche Ausblicke manifestiert.
In Anlehnung an Walt Whitmans Gedicht The Untold Want (Der ungenannte Wunsch) unterstreicht der Ausstellungstitel die Nuance des Reisens im Hier und Jetzt, in der lebendigen, unmittelbaren geistigen und künstlerischen Anwesenheit
Rebecca Warren (* 1965, UK) lebt und arbeitet in London. 2006 war sie für den Turner Prize und 2008 für den Vincent Award nominiert. Ihre Arbeiten wurden auf die 54. Biennale von Venedig (2011) gezeigt und befinden sich in privaten und musealen Sammlungen weltweit. Einzelausstellungen in Museen und Galerien in ganz Europa und den Vereinigten Staaten, darunter Musée National Eugène Delacroix, Paris (2018); Le Consortium, Dijon (2018); Tate St. Ives (2017); Dallas Kunstmuseum (2016); Kunstverein München (2013); The Art Institute of Chicago (2010); und Serpentine Gallery, London (2009). Sie wurde 2014 als Professorin an die Kunstakademie Düsseldorf berufen und erhielt 2020 den OBE-Orden (Order
of the British Empire in the Queen’s Birthday Honours) für Verdienste um die Kunst.